
Catalog persona
Ali Hassan
Falafel-shop owner · 33
Plates hundreds of meals a day for other people; eats his own standing up — leftovers, mid-afternoon.
01Goals & constraints
- Den Mittagsrush ohne Chaos durchziehen, auch wenn Murat ausfällt
- Die erwartete Gesundheitsamt-Kontrolle ohne Beanstandung bestehen
- Wenigstens einmal am Tag im Sitzen etwas Warmes essen, nicht nur Reste an der Spüle
- Sonntags wirklich frei haben für Selin und die Wohnungssuche
- Laden offen Di-So 10-21 Uhr, davor 2 Stunden Vorbereitung — der Tag ist immer 12+ Stunden
- Großmarkt nur dienstags um 5 Uhr; was bis dahin fehlt, muss Aydın nachliefern oder es fehlt
- Murat ist Minijobber und sagt manchmal kurzfristig ab
- Jeder Euro zählt: Fritteusenöl, Strom und Pacht sind dieses Jahr alle teurer geworden
02What they remember
Hat Falafel Habibi am 6.6. ohne Beanstandung eingestuft; einzige Auflage: Kühlhaus-Dichtung binnen vier Wochen fachgerecht erneuern und Rechnung nachweisen
Frau Demir · since 6 Jun
War am Mittwoch beim Bäcker Cengiz zwei Türen weiter; Hakan vom Kiosk warnt, dass die ganze Wanheimer Straße abgegangen wird
Gesundheitsamt Duisburg · since 5 Jun
Hat für Samstag vor 10 Uhr einen 25-Kilo-Sack Kichererbsen zugesagt, schriftlich im WhatsApp-Chat festgehalten
Aydın Kaya · since 5 Jun
Freitagsumsatz 1.487 Euro; Kühlhaustür-Dichtung unten eingerissen, muss vom Kältedienst getauscht werden
Falafel Habibi · since 5 Jun
Erstbelehrungs-Kopie ist jetzt im HACCP-Ordner; bietet an, nach der Klausurphase ganze Samstage zu übernehmen
Murat Özdemir · since 6 Jun
Beste Wochenbilanz seit Anfang Mai; Samstagsumsatz 1.298 Euro ohne Kassendifferenz
Falafel Habibi · since 6 Jun
Kopie seiner Erstbelehrung liegt noch bei ihm zu Hause statt im HACCP-Ordner
Murat Özdemir · since 5 Jun
Hat den 25-Kilo-Sack Kichererbsen wie zugesagt am Samstag vor 10 Uhr geliefert
Aydın Kaya · since 6 Jun
03Open loops
04Mood, last 2 simulated days
05The calendar — recent days
6 Jun
Grundreinigung vor der erwarteten Kontrolle
Küche hinten (Vorbereitungsbereich)
Aydın bringt den Kichererbsen-Sack nach
Küche hinten (Vorbereitungsbereich)
Gesundheitsamt-Kontrolle: Frau Demir mit Klemmbrett
HACCP-Ordner & Kühlhaus
Samstagsrush: Familien, Einkäufer, zwölf Uhr Welle
Theke & Vectron-Kasse
Lauwarme Reste am Stehtisch, Selin am Telefon
Stehtisch an der Spülmaschine
Wochenabrechnung und Großmarktliste für Dienstag
Büroecke mit Laptop
5 Jun
Teig und Tahin: Vorbereitung vor Ladenöffnung
Küche hinten (Vorbereitungsbereich)
Aydıns Lieferung kommt zu spät und unvollständig
Diensthandy (WhatsApp)
Mittagsrush: Stahlwerker, Berufsschüler, Lieferando
Theke & Vectron-Kasse
Kalte Reste an der Spülmaschine, Lieferando-Reklamation dazwischen
Stehtisch an der Spülmaschine
HACCP-Listen nachtragen, Hakans Warnung im Kopf
HACCP-Ordner & Kühlhaus
Abendgeschäft, Kassensturz und Samstagsplan
Büroecke mit Laptop
06Moments that stuck
“Bis Dienstag um fünf bin ich versorgt. Ein Druckpunkt weniger im Kopf.”
Um 9:20 — tatsächlich vor zehn — steht Aydıns Sprinter in zweiter Reihe und Aydın wuchtet den 25-Kilo-Sack Kichererbsen persönlich ins Lager, als wäre nie etwas gewesen. Ali kontrolliert den Sack auf Beschädigungen, vergleicht den Preis auf dem Lieferschein mit der WhatsApp-Absprache von Freitag und zeichnet ab. Aydın will noch einen Çay, aber Ali winkt ab, in vierzig Minuten öffnet der Laden. Dafür gibt er ihm zwei frische Falafel aus der ersten Testfritteuse auf die Hand mit — Geschäftsbeziehungspflege auf Hochfelder Art. Der Kichererbsen-Vorrat reicht damit locker über das Wochenende bis zum Großmarkt am Dienstag. Ali trägt den Wareneingang sofort in die HACCP-Liste ein, diesmal ohne Lücke.
“Die Angst von drei Wochen löst sich in fünfzig Minuten auf. Jetzt nur noch die Rechnung vom Kältedienst, dann ist das Kapitel zu.”
Um 10:40, der Laden ist seit vierzig Minuten offen, kommt eine Frau mit Dienstausweis und Klemmbrett herein: Frau Demir, Lebensmittelüberwachung Stadt Duisburg, unangekündigte Regelkontrolle. Alis Puls geht hoch, aber die Grundreinigung von heute Morgen zahlt sich aus: Kühlhaus 3,9 Grad, Fritteusenöl frisch, Listen lückenlos bis heute. Frau Demir geht Lager, Spülbereich und Theke ab, misst die Warmhaltetemperatur der Soßen nach und blättert lange im HACCP-Ordner. Zwei Anmerkungen schreibt sie auf: die provisorisch abgeklebte Kühlhaus-Dichtung muss fachgerecht erneuert werden, Nachweis innerhalb von vier Wochen, und die Erstbelehrungs-Kopie der Aushilfe fehlt im Ordner. Just in dem Moment kommt Murat zur Schicht — mit der Kopie in der Jackentasche, weil Ali ihn Freitag erinnert hatte. Frau Demir heftet es ab, lächelt zum ersten Mal und stuft den Betrieb ohne Beanstandung ein, nur die Dichtung bleibt als Auflage. Um 11:40 ist sie raus, Ali atmet durch.
“Erst die Kontrolle, dann der Rush — der Tag presst alles raus, aber heute fühlt es sich nach Sieg an statt nach Überleben.”
Der Samstagsrush startet später als unter der Woche, dafür kommt um zwölf alles auf einmal: Familien vom Wochenmarkt, zwei Kindergeburtstags-Mütter mit Sammelbestellung, die üblichen Einkäufer mit Aldi-Tüten. Murat ist nach der Kontrolle aufgekratzt und macht Tempo an der Kasse, Ali frittiert und rollt im Takt. Eine Mutter bestellt acht Falafel-Teller, davon drei 'ohne alles, was grün ist' — Murat grinst, Ali baut drei traurig-beige Teller. Das Lieferando-Tablet bleibt samstags ruhiger, nur sechs Bestellungen. Gegen 13:30 geht das Fladenbrot zur Neige, Ali schickt Murat im Laufschritt zum Bäcker Cengiz zwei Türen weiter, der aushilft — Nachbarschaftskredit, wird mit Falafel zurückgezahlt. Um 14:15 ebbt es ab; der Umsatz liegt gefühlt knapp unter dem Freitag, die Stimmung im Laden war besser. Alis Knie melden sich beim ersten ruhigen Moment, wie immer erst, wenn der Druck weg ist.
“Morgen sitze ich an einem Tisch und esse warm, mit ihr. Einen Tag die Woche krieg ich das hin — das muss reichen, bis es anders wird.”
Viertel vor drei, Stehtisch an der Spülmaschine: heute sind die Reste immerhin lauwarm — ein halber Dürüm, der falsch bestellt wurde, und der Rest Taboulé vom Vortag, der heute raus muss. Während Ali kaut, ruft Selin an. Sie hat dem Makler für Sonntag 11 Uhr zugesagt, Dreieinhalb Zimmer in Wanheimerort, Altbau, und will, dass Ali ausgeschlafen und 'nicht nach Laden riechend' auftaucht. Er erzählt ihr von Frau Demir und der bestandenen Kontrolle, sie freut sich hörbar und sagt, das feiern sie morgen mit Frühstück vor der Besichtigung. Ali isst beim Telefonieren weiter, lehnt mit dem Ellbogen auf der Spülmaschine, ein Kunde schaut durch die Tür und Murat übernimmt vorne. Acht Minuten Gespräch, dann piept das Tablet. Er verspricht Selin, spätestens 22:30 zu Hause zu sein, und schiebt sich den letzten Bissen kalt gewordenen Dürüm in den Mund.
“Dienstag um fünf steh ich wieder am Großmarkt und alles geht von vorne los. Aber dazwischen liegt ein Sonntag, und der gehört uns.”
Nach Ladenschluss um 21:10 setzt sich Ali in die Büroecke. Kassensturz: 1.298 Euro, auf den Euro genau — Murat hatte einen guten Tag. Die Wochenzahlen tippt er in die Excel-Liste: bestes Wochenergebnis seit Anfang Mai, auch weil keine neue Lieferando-Reklamation dazukam und die von Neudorf still geblieben ist. Dann die Großmarktliste für Dienstag 5 Uhr, auf Papier wie immer: Kichererbsen ist durch Aydıns Sack entspannt, dafür viel Petersilie glatt, Tomaten, Rotkohl, Fladenbrot-Mehl, Fritteusenöl, Becher. Den Kontrollbericht von Frau Demir heftet er vorne in den HACCP-Ordner und legt einen Zettel 'Kuhlmann Mo anrufen — Rechnung fürs Amt!' auf die Kasse, wo er ihn Dienstag früh sicher sieht. Murat kriegt seine Stunden quittiert und ein 'stark heute' mit auf den Weg. Um 22:20 schließt Ali ab — zehn Minuten später als Selin versprochen, aber der Sonntag ist frei und nichts hängt mehr über ihm außer einer Gummidichtung.
Lived days are authored in German — the panel’s native language — by the nightly simulation, and shown unedited. Synthetic persona: validate findings against real customer evidence.